Jeder kennt die Werbung der Bundesregierung mit der Wollmütze über einem Haus. Unsere Bundesregierung suggeriert mit dieser Wollmütze, dass eine luftdichte Plastikverpackung die gleiche positive Auswirkung haben soll, wie die Mütze auf dem Kopf in der kalten Jahreszeit. Statt einer sachlichen Aufklärung betreibt die Bundesregierung mit dieser Werbekampagne eine böse Fehlinformation. Sachlich richtig wäre die Anzeige, wenn statt der luft- und feuchtigkeitsdurchlässigen Wollmütze eine Plastiktüte über das Haus gezogen worden wäre. Ein Wärmedämmverbundsystem gleicht einer Plastiktüte. Aber wer würde sich schon eine Plastiktüte über den Kopf ziehen - wohl nur ein Narr. Und deshalb griff die Bundesregierung zu ihrer irreführenden Werbung.
Warum sollten Sie als Wohnungsinhaber nicht auf Verkaufsförderungsmaßnahmen für die Dämmstoff-Lobby hereinfallen? 10 Argumente sprechen gegen die Plastikverpackung:
1. Theoretisch errechnete Einsparwerte werden nicht erreicht
Gedämmte Wände erbringen nicht die Einsparwerte der theoretischen Rechenmodelle nach dem U-Wert (früher k-Wert). co2online, eine von unserem Staat finanziell geförderte Institution, distanzierte sich in einem TV-Bericht des SWR von den bisher in den Medien und Werbebroschüren veröffentlichten angeblichen Einsparerfolgen. In den Nachberechnungen würde sich lediglich 15% Einsparung ergeben, so dieses Institut. Berechnungen nach DIN V 18599 haben sich als unbrauchbar und irreführend erwiesen.
2. Kostenlose Sonnenwärme wird in der Übergangszeit und im Winter nicht genutzt
Die Wärmedämmverbundsysteme verhindern den Eintrag der Sonnenwärme in ein Mauerwerk. Diese kostenlos bei einem konventionellem Mauerwerk gespeicherte Wärme strahlt nachts nach innen und außen ab. Die Folgen: Weniger Heizung für innen und Algenvermeidung an den Außenwänden bei konventionellen Mauerwerken. Eine Langzeitstudie von Prof. Dipl.-Ing. Jens Fehrenberg (Hildesheim) ergab sogar, dass bei identischen Wohnblocks die gedämmten Gebäude mehr an Energie verbrauchten als die ungedämmten.
3. Erhöhte Wartungskosten für Wärmedämmverbundsysteme
Algenbildung, Spannungsrisse, sonstige Undichtigkeiten an den Anschlüssen, Vogelverpickungen (Spechtlöcher), geringe Stoßfestigkeit, geringe Dauerdichtigkeit bei Durchdringungen erfordern einen erhöhten Wartungsaufwand (siehe “Schäden an Wärmedämmverbundsystem” von Erich Cziesielski/Frank Ulrich Vogdt, Fraunhofer IRB Verlag). Während bei einem konventionellen Mauerwerk Wartungskosten von 7,08 €* je qm im Jahr angesetzt werden, sind dies bei einem Wärmedämmverbundsystem bereits 16,43 €*, also 132% mehr (* Quelle: Institut für Bauforschung e.V. in Hannover). Eine möglicherweise erreichte Geldeinsparung bei der Energie wird dadurch gemindert.
4. Verhinderung des Feuchtigkeitsabflusses von innen nach außen fördert Schimmel
Durch das Bewohnen entsteht innerhalb einer Wohnung Feuchtigkeit (ca. 8 - 15 kg bei einem Vierpersonen-Haushalt lt. Rechtsgutachten des Bundesverbandes für Wohnungslüftung). Diese staut sich an einem feuchtigkeitsdichten Wärmedämmverbundsystem nach innen zurück, wenn nicht wesentlich mehr als vor solch einer Dämmung gelüftet wird. Da die neue erforderliche Luftwechselrate häufig nicht erreicht wird kann, besteht die Gefahr der Schimmelbildung an den kältesten Zonen der Innenwände. Um solche gesundheitlichen Gefahren zu beseitigen, wird zusätzlich zur Dämmung bereits der Einbau von Lüftungsanlagen empfohlen, was eine Dämmmaßnahme noch unrentabler macht.
5. Schimmelgefahr an Kältebrücken
Werden Fenster- und Türenlaibungen bei der Wärmedämmung nicht mitgedämmt, um sich z.B. den Fenster- und Türenaustausch oder Umbau zu ersparen, entstehen um die Fenster, Türen und Rollokästen Kältebrücken, die die Schimmelbildung an diesen Stellen fördern können. Derzeit gelten 3 - 4 Millionen Wohnungen in der BRD mit Schimmel belastet.
6. Verkleinerte Fenster-, Türenflächen (Schießscharteneffekt) und Balkone
Wird fachlich einwandfrei gedämmt, also auch in Fenster- und Türenlaibungen, so sind neue kleinere Fenster und Türen erforderlich. Es entsteht der sog. Schießscharteneffekt. Werden in Außenwände eingezogene Balkons gedämmt, so verringern sich die Balkonflächen um die Dämmstärke, z.B. derzeit ca. 16 cm an jeder Wand und mindern die Nutzfläche.
7. Algenbildung an den Außenwänden
Gedämmte Fassaden erkalten schneller als ungedämmte. Das sich an den kalten Dämmungen außen ansammelnde Kondenswasser ist ein idealer Lebensraum für die hässlichen grünen Algen, Pilze und Flechten. Gedämmte Wände können deshalb schmutzig grün werden, bevorzugt an Ost- und Nordseiten und in Nähe von Bäumen. Um dies zu verhindern, wird inzwischen das Aufheizen der Dämmsysteme an den Außenseiten mit Strom empfohlen (Schilda grüßt)!
8. Giftige Algizide und Fungizide gelangen ins Grundwasser
Um die Wände vor Algenbefall eine gewisse Zeit zu schützen, werden die Dämmsysteme außen mit giftigen Algiziden und Fungiziden behandelt, die sich ins Grundwasser auswaschen (siehe u.a. Berichterstattung und Messungen in der NDR-Sendung vom 28.11.2011).
9. Die Dämmstoffe sind der Umweltmüll von morgen können auch brennen
Dämmsysteme halten nicht ewig, sondern müssen später als Sondermüll entsorgt werden. Ca. 800 Millionen Quadratmeter Dämmstoffe sind bereits verklebt worden. Dass der als schwer entflammbar geltende Dämmstoff Polystyrol massiv brennen kann, wurde durch einen Brandversuch des NDR nachgewiesen.
10. Außenwanddämmungen an Bestandsimmobilien sind höchst unwirtschaftlich
Die Aufwendungen für die Anbringung der Dämmung und die damit verbundenen häufig verschwiegenen Zusatzkosten für die Versetzung von Dachrinnen, Briefkästen, Außensteckdosen und -wasserhähnen, die Neuanpassung von Außenrollos, Markisen, Balkongeländern sowie häufige Dachverlängerungen amortisieren sich nicht in einem vertretbaren Zeitraum. Die Kosten führen zu unvertretbaren Mietenanhebungen und Sonderbelastungen für die Selbstnutzer der Wohnungen.
Die staatliche Bezuschussung zur Abfederung dieser höchst unwirtschaftlichen Dämmmaßnahmen an Bestandsimmobilien ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Energie-Einsparpotentiale werden maßlos überschätzt, da Bestandsimmobilien im Durchschnitt derzeit die lediglich 138 kWh verbrauchen werden (ista-IWH-Studie) Außenwanddämmungen an Bestandsimmobilien verbrennen deshalb das Geld des Bürgers und Steuerzahlers. Solche unwirtschaftlichen Maßnahmen schädigen die Volkswirtschaft. Die unwirtschaftlichen Dämmmaßnahmen sind nicht geeignet, das Klima zu verändern.
Norbert Deul
Zurück